Im ersten Heimspiel der Saison 2026/27 hat DSHS SnowTrex Köln den BayerVolleys Leverkusen einen intensiven Derby-Nachmittag geliefert, sich aber trotz eines couragierten Schlussspurts mit 1:3 geschlagen geben müssen. Vor ausverkaufter Halle 22 der Deutschen Sporthochschule Köln setzte sich Leverkusen mit 25:22, 25:11, 25:16 und 27:25 durch. Besonders bitter aus Kölner Sicht: Im vierten Satz war der Tiebreak greifbar nah.

Nach dem Tiebreak-Auftaktsieg zum Saisonstart wollte Köln den Heimvorteil im Rheinland-Derby nutzen – und erwischte vor einer stimmungsvollen, ausverkauften Kulisse zunächst den besseren Moment. Am Ende steht zwar die fünfte Derby-Niederlage in Folge, doch das Spiel lieferte zugleich wichtige Hinweise auf die Widerstandsfähigkeit und das Entwicklungspotenzial der Kölnerinnen. In der historischen Bilanz der vergangenen zehneinhalb Spielzeiten zog Leverkusen damit mit 11:10 knapp vorbei.
Köln nutzt Leverkusener Schwächephase und setzt das erste Ausrufezeichen
Der erste Satz zeigte, warum das Derby im Vorfeld offen eingeschätzt worden war. Köln spielte mutig, brachte Energie auf das Feld und nutzte eine Schwächephase der BayerVolleys konsequent aus. Insbesondere mit einer starken Serie druckvoller Aufschläge von Anna Selle konnte DSHS SnowTrex Druck erzeugen und sich im Satzverlauf Vorteile erarbeiten.
Auch wenn im Angriff noch nicht alles zusammenpasste, fand Köln Lösungen und hielt die langen Ballwechsel auf Augenhöhe. Die Gastgeberinnen setzten die entscheidenden Punkte und tüteten den Durchgang mit 25:22 ein. Der Satzgewinn war nicht nur ein starker Start, sondern auch ein Signal an die voll besetzten Ränge: Köln war bereit, dem favorisierten Rivalen aus Leverkusen alles abzuverlangen.
Leverkusen erhöht die Konstanz – Köln verliert den Faden
Nach dem gelungenen Auftakt verschob sich das Spiel jedoch deutlich zugunsten der Gäste. Die BayerVolleys agierten nun über längere Phasen sehr stabil, brachten ihre Angriffsstärke zuverlässig auf das Feld und ließen Köln kaum noch Raum, den eigenen Rhythmus aufzubauen. Der zweite Satz ging mit 11:25 klar an Leverkusen, der dritte mit 16:25 ebenfalls deutlich.
Aus Kölner Sicht war diese Phase vor allem deshalb ärgerlich, weil die eigene Mannschaft in vielen Situationen dauerhaft unter hohem Druck stand. Der Gegner verlangte nahezu bei jedem Ballwechsel volle Konzentration und höchste Präzision. Im Angriff fehlte zeitweise die Durchschlagskraft: Nicht alle Angriffsvarianten entfalteten die gewünschte Wirkung, und auch die Abstimmung war noch nicht durchgehend da.
Trotzdem darf die Analyse nicht darüber hinwegtäuschen, dass Leverkusen diese beiden Sätze selbstbewusst und konstant spielte. Köln war in dieser Phase zu häufig darauf angewiesen, auf gegnerische Fehler zu hoffen, statt das Spiel mit eigenen Lösungen zu prägen. Die BayerVolleys nahmen die Einladung an und erspielten sich mit ihrer Stabilität eine verdiente Führung.
Gegen die BayerVolleys zurück ins Spiel: Köln zeigt Moral
Wer nach den beiden deutlichen Satzverlusten mit einem ruhigen Derby-Ausklang gerechnet hatte, wurde im vierten Durchgang eines Besseren belehrt. Köln hielt dagegen, fand wieder mehr Zugriff und gab sich zu keinem Zeitpunkt auf. Die Mannschaft zeigte den Zusammenhalt, der in einem Derby nötig ist, und machte deutlich, dass sie aus den schwierigen Phasen lernen kann.
In den Phasen nach eigenem Aufschlag gelangen den Kölnerinnen mit aufmerksamer Abwehr und entschlossenen Gegenangriffen wieder gute Aktionen. Gleichzeitig blieb jeder Ball umkämpft. Leverkusen hielt das Niveau hoch, Köln kämpfte um jeden Abschluss und jede Abwehraktion. Die Partie hatte nun jene Intensität, die ein Rheinland-Derby ausmacht: keine Mannschaft schenkte der anderen etwas, das gesamte Ergebnisspektrum schien möglich.
Mit zunehmender Satzdauer wurde die Halle 22 immer lauter. Köln hielt den Satz offen, arbeitete sich in die entscheidende Schlussphase und hatte die Möglichkeit, sich mit dem Satzausgleich den verdienten fünften Durchgang zu sichern. Doch genau dort entschieden Kleinigkeiten. Eine überraschende direkte Angriffsaktion – die erste und einzige dieser Art im Spiel – wurde in einer entscheidenden Situation nicht abgewehrt. Solche Einzelmomente können auf diesem Niveau den Unterschied ausmachen.
Leverkusen nutzte den letzten Schwung, Köln verfehlte bei 25:27 denkbar knapp den Einzug in den fünften Satz. Der vierte Satz war ein Beleg für die Kölner Moral – und zugleich dafür, wie schmal der Grat zwischen einem wichtigen Punktgewinn und einer Niederlage sein kann.
Ein verdienter Leverkusener Sieg – und dennoch viel Positives für Köln
Der 3:1-Erfolg der BayerVolleys Leverkusen geht insgesamt in Ordnung. Die Gäste waren über weite Strecken die konstantere Mannschaft und kombinierten ihre Angriffsstärke mit der nötigen Stabilität. Die als beste Spielerin ausgezeichnete Marian Mischo prägte die Leverkusener Leistung ebenso wie die Geschlossenheit des gesamten Teams.
Köln wiederum kann aus dem Derby mehr mitnehmen als das nackte Ergebnis. Der Satzgewinn zum Start, die große Moral im vierten Durchgang und der sichtbare Teamzusammenhalt zeigen, dass die Mannschaft auch unter Druck konkurrenzfähig sein kann.
Entscheidend ist nun, wie das Team die Erkenntnisse im Training verarbeitet: an klaren Angriffsentscheidungen arbeiten, die Abstimmung im Angriff weiter verbessern und gute Phasen nach eigenem Aufschlag noch konsequenter in Punkte ummünzen. Der Blick in der Mannschaft bleibt dabei bewusst auf Entwicklung und harte, gemeinsame Arbeit gerichtet – nicht allein auf das Resultat eines Spieltags.
Mit breiter Brust zur nächsten Herausforderung
Die Enttäuschung über die verpasste Chance auf den fünften Satz war nach Abpfiff selbstverständlich spürbar. Gerade mit Blick auf die ausverkaufte Halle wäre ein fünfter Satz die passende Zugabe für das Publikum gewesen. Doch die Stimmung beim ersten Kölner Heimspiel der Saison machte auch Lust auf mehr.
Ausblick: Nächste Herausforderung beim TV Waldgirmes
Nach dem Derby wartet auf DSHS SnowTrex Köln die nächste anspruchsvolle Auswärtsaufgabe: Am Samstag, 17. Oktober 2026, um 16:00 Uhr gastiert das Team beim TV Waldgirmes in der Sporthalle der Lahntalschule Atzbach. Gegen den in der frühen Saisonphase hoch eingeschätzten Gegner reist Köln als Außenseiter an – aber nicht ohne Selbstvertrauen.
Die Derbyleistung hat gezeigt, dass die Mannschaft auch nach schwierigen Phasen im Spiel bleiben und sich in enge Satzentscheidungen zurückkämpfen kann. Genau diese Widerstandsfähigkeit wird in Waldgirmes gefragt sein. Köln will aus den Erkenntnissen gegen Leverkusen die richtigen Schlüsse ziehen, das eigene Angriffsspiel weiter stabilisieren und gute Phasen nach eigenem Aufschlag konsequenter nutzen.
Wer in einem Derby nach zwei verlorenen Sätzen noch einmal so entschlossen zurückkommt, hat auch beim TV Waldgirmes nichts zu verlieren. Ziel ist es, mutig aufzutreten, dem Gastgeber über die volle Distanz Paroli zu bieten und im Idealfall den Sieg oder den fünften Satz zu erzwingen. Unabhängig vom Ergebnis soll der nächste Lernschritt folgen – und die Kölner Entwicklung konsequent weitergehen.
Eine Spielerin zum Spiel
Betty Lange ordnete das intensive Rheinland-Derby nach dem Abpfiff mit Stolz auf die Leistung ihrer Mannschaft und Anerkennung für den Gegner ein:
„Das erste Heimspiel hat viel Spaß und Lust auf mehr gemacht! Wir hätten sehr gerne dem Publikum noch einen fünften Satz geboten, aber dafür hat es heute leider nicht gereicht. Leverkusen hat wirklich stabil gespielt und uns das Leben alles andere als leicht gemacht. Sie haben sich den Sieg mit viel Angriffsstärke und Konsistenz mehr als verdient. Nichtsdestotrotz hatten auch wir sehr starke Phasen und gehen mit breiter Brust in die nächste Partie. Am Ende hat es mir sehr viel Freude bereitet, gegen alte Bekannte zu spielen und in die neue Saison mit ausverkaufter Halle zu starten. Weiter so!“
Die Fakten zum Spiel
DSHS SnowTrex Köln vs. BayerVolleys Leverkusen … 1:3 / 77:99 (25:22, 11:25, 16:25, 25:27)
Offizieller Spielbericht (VBL)
MVP DSHS SnowTrex Köln: Annika Stenchly
MVP BayerVolleys Leverkusen: Marian Mischo

Anfangsaufstellungen: DSHS SnowTrex Köln – BayerVolleys Leverkusen
Fotos: volleyball-bundesliga.de. Nummern ohne hinterlegte Person waren laut Kaderliste nicht im Spielbericht auflösbar. Liberas nur, wenn laut Kaderliste im Spiel eingesetzt (X-Häkchen).
Der Gegner im Netz
Webseite: www.bayer-volleys.de
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Instagram: bayervolleysleverkusen
Facebook: TSVBayer04.Volleyball

Links
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