In einem packenden und nervenaufreibenden Volleyballspiel besiegte DSHS SnowTrex Köln die Sparkassen Wildcats Stralsund mit 3:2 (15:25, 20:25, 30:28, 25:23, 15:7) nach 130 Minuten Spielzeit. Die Kölnerinnen zeigten dabei eine bemerkenswerte Comeback-Leistung, die unter besonders schwierigen Umständen zustande kam.

Die Ausgangslage: Ein Kader am Limit ohne jede Erfahrung auf der Mitte
Das Heimspiel gegen die Sparkassen Wildcats Stralsund stand unter Vorzeichen, die kaum schwieriger hätten sein können. Trainer Jimmy Czimek sah sich mit einer dramatischen personellen Situation konfrontiert: Mit Hannah Mörke (verletzt) und Chiara Claassen (privat verhindert) fehlten beide etatmäßigen Mittelblockerinnen. Zudem musste das Team auf die schlagkräftige Diagonalspielerin Emelie Siegner verzichten, die in dieser Saison bereits fünf MVP-Medaillen sammeln konnte.
Besonders prekär war die Lage auf der Mittelposition: Hier fehlte jegliche Bundesliga-Erfahrung. Im Kader stand lediglich die junge Maike Zöllig, die erst vor der Saison von der zweiten Mannschaft in die Bundesliga aufgerückt war, sowie das erst 14-jährige Talent Malou Da Silva Freitas aus der zweiten Mannschaft (Jugendnationalspielerin), die in diesem Hexenkessel ihr Debüt gab.
Der Fehlstart und weitere Hiobsbotschaften
Die ersten beiden Sätze (15:25, 20:25) verliefen erwartungsgemäß schwierig. Czimeks erste taktische Variante fruchtete nicht, und das Spiel der Kölnerinnen wirkte durch die ungewohnten Positionen für den Gegner leicht durchschaubar. Erschwerend kam hinzu, dass sich bereits im ersten Satz Libera Sina Bruder verletzte. Als wäre das nicht genug, musste nach dem dritten Satz auch noch Rieke Niemeyer aufgrund von Bauchmuskelproblemen passen.
„Ein Riesenkompliment an mein Team. Wir haben ein schon an mehreren Stellen nahezu verlorene Spiel immer wieder geschafft mit großen Kämpferherzen in unsere Richtung zu bringen.“ – Jimmy Czimek
Der Wendepunkt: Mut zur Lücke und das „Retardierende Moment“
Beim Stand von 0:2 Sätzen und einem schier aussichtslosen 19:24-Rückstand im dritten Satz schien die Niederlage besiegelt. Stralsund hatte fünf Matchbälle, um den 3:0-Auswärtssieg perfekt zu machen. Doch in diesem Moment bewies Jimmy Czimek Mut zum Risiko: Er beorderte die eigentliche Außenspielerin Milena Geist, die laut Czimek „einfach Bock auf Mitte hatte“, auf die vakante Mittelposition und setzte Marina Wagner als Libera ein. Dann schlug die Stunde von Melanie Gosmann. Zuvor beim Stand von 9:12 frustriert ausgewechselt, kehrte sie bei 20:24 an die Aufschlaglinie zurück. Was dann folgte, war pure Willenskraft: Mit einer nervenstarken Aufschlagserie drehte sie den Satz fast im Alleingang. Köln wehrte insgesamt sechs Matchbälle ab und gewann den Satz unter dem tosenden Jubel der 150 Zuschauer mit 30:28.
| Satz | Ergebnis | Dauer | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| 1 | 15:25 | 26 Min. | Verletzung Sina Bruder |
| 2 | 20:25 | 26 Min. | Stralsund dominiert |
| 3 | 30:28 | 35 Min. | 6 Matchbälle abgewehrt, Gosmann-Serie |
| 4 | 25:23 | 29 Min. | Comeback nach 21:23 |
| 5 | 15:7 | 14 Min. | Dominanz im Tie-Break |
Die Entscheidung: Über sich hinausgewachsen
Beflügelt von diesem „Wunder vom Rhein“ kämpfte sich das Team auch durch den vierten Satz. Trotz eines 21:23-Rückstands gelangen vier Punkte in Folge zum 25:23-Satzgewinn. Besonders Maike Zöllig bewies hier trotz ihres durchwachsenen Spiels Nervenstärke und erzielte den entscheidenden Punkt zum Satzgewinn.
Im Tie-Break war der Widerstand der Wildcats gebrochen. Köln setzte sich früh auf 5:2 und später auf 13:5 ab, bevor der Satz mit 15:7 und damit das Spiel mit 3:2 endete. Melanie Gosmann wurde nach dieser Energieleistung zwar nicht zur MVP gekürt – aber sie ist ein Symbol für eine erfahrene Spielerin, die ihren Frust in positive Energie ummünzte und der jungen Mannschaft die nötigen Impulse gab.
Fazit: Ein Spiel für die Geschichtsbücher
Dieses Spiel war mehr als nur ein sportlicher Erfolg; es war ein Triumph des Teamgeists über widrigste Umstände. Jimmy Czimek und Melanie Gosmann blicken mit Stolz auf die gezeigte Moral und die Qualität des Spiels zurück:
„Es war schon ein kampfbetontes Spiel mit tollen Abwehrszenen auf beiden Seiten. Die Stralsunderinnen haben zwischendurch überragend verteidigt, sodass es beiden Mannschaften wirklich schwergefallen ist, die Angriffe im gegnerischen Spielfeld unterzubringen. Ein Spiel, das lange in den Köpfen bleiben wird und wo wir mit viel Glück, das natürlich auch dazu gehört und mit einer überragenden Melli Gosmann an der Aufschlaglinie, die ja im Satz 3 bei 20:24 an den Aufschlag gekommen ist und uns da stark nach vorne gebracht hat mit guten Aufschlägen.“ – Jimmy Czimek
„Die ersten 2,5 Sätze waren wirklich wild und von vielen Fehlern, Missverständnis und Ungenauigkeiten – auch bedingt durch die zu kompensierenden Ausfälle – geprägt. Das wir dann in dieser Situation mit dem Rücken zur Wand nochmal alle das Herz in die Hand nehmen, ist eine mega Teamleistung auf die wir stolz sein können!“ – Melanie Gosmann
Statistisches
- Samstag, 21.03.2026 | 19:00 Uhr
- Spielnummer: 3151
- Spielort: Deutsche Sporthochschule Köln, Halle 22
- Zuschauer: 150
- Spieldauer: 130 Minuten (26, 26, 35, 29, 14)
- Offizieller Spielbericht (VBL)
- Offizielle Spielstatistik (VBL)
- MVP Sparkassen Wildcats Stralsund: Gesa Brandstrup
- MVP DSHS SnowTrex Köln: Annika Stenchly
- Re-Live (YouTube – DYN Volleyball, kostenfrei)
Ausblick
Für Köln geht es am kommenden Wochenende nach Bayern. Am Samstag, den 28.03.2026 ist das Team um Jimmy Czimek zu Gast bei NawaRo Straubing. Der Anpfiff in der turmair Volleyballarena soll (planmäßig) um 19:00 Uhr erfolgen.
Tickets zum Spiel gibt es hier.
Das nächste (und vorletzte) Heimspiel (dieser Saison) findet am Sonntag, den 12.04.2026 wie immer in Halle 22 der Deutschen Sporthochschule Köln statt. Gegner im Spiel, das um 15 Uhr starten soll, ist der TV Planegg-Krailling.
Tickets zu diesem Spiel sind hier verfügbar.
Der Gegner im Netz
Webseite: www.vc-stralsund.de/wildcats/start
Instagram: sparkassen.wildcats.stralsund
Facebook: 1.VCStralsund
Die Mannschaft der Sparkassen Wildcats Stralsund auf der Seite der VBL findet ihr hier.
Links
Nur noch ein Punkt (Bericht Stralsund, VBL-News, Rubrik Sparda 2. Liga Pro)
Unveränderte Umstände in Köln (Vorbericht Stralsund, VBL-News, Rubrik Sparda 2. Liga Pro)
Nach der Pause: Köln bereit für die Wildcats aus Stralsund (Vorbericht Webseite Köln)
Der zweite Sieg in Folge (Bericht Hinspiel Stralsund, VBL-News, Rubrik Sparda 2. Liga Pro)
Spiel Nummer 5 in neun Tagen (Vorbericht Stralsund Hinspiel, VBL-News, Rubrik Sparda 2. Liga Pro)
Saisonstart in der Sparda 2. Liga Pro: Von Aufbruch und Umbrüchen (VBL Pressemitteilung)
DSHS SnowTrex Köln (Webseite), DSHS SnowTrex Köln (Instagram), DSHS SnowTrex Köln (Facebook)
P.S. Sponsoring – Werbung
Liebe Mitglieder, Liebe Fans,
für die laufende Saison haben wir eine exklusive Gesundheitspartnerschaft mit der BARMER geschlossen.
Im Rahmen dieser Partnerschaft unterstützt die BARMER nicht nur unsere Mannschaft mit Gesundheitsaktionen, sondern fördert auch unsere Leistungsfähigkeit für den nachhaltigen sportlichen Erfolg.
Aber auch ihr profitiert: Die BARMER bietet euch als Krankenkasse attraktive Gesundheitsangebote zu starken Konditionen – und das Beste daran: Jeder, der von diesem Angebot Gebrauch macht, unterstützt gleichzeitig ordentlich unsere Mannschaftskasse, ohne zusätzliche Kosten. Klingt interessant? Dann meldet euch bei uns und erfahrt, wie ihr von der Partnerschaft profitieren könnt und wie uns das weiterbringt.
Kontakt: sponsoring@dshs-snowtrex-koeln.de
P.S.S. Pokalfinale in Köln – Volleyball-Highlight wirft seine Schatten voraus – Werbung
Das Zoi DVV-Pokalfinale 2027 feiert seine Premiere in Köln und der Ticketverkauf ist bereits gestartet!
Schnell sein lohnt sich: Bis zum 31. März 2026 gibt’s mit dem Code EARLYBIRD-1AVLER noch 5% Rabatt auf Tickets – auch auf bereits ermäßigte Kategorien.
Save the Date: 27. Februar 2027
LANXESS arena, Köln
Jetzt Early Bird-Rabatt sichern! dvv-pokal.de
___
@zoishows #ZoiDVVPokalfinale2027 @dynvolleyball
@volleyball_bundesliga_official #dynvolleyball @dvv_verband

